Eine Seite zurück blättern
Eine Seite vor blättern

Artikel vom 18.02.2014 - Das Schweigen beenden

Danke, danke für die vielen Rückmeldungen auf meine Artikel, Briefe und Kommentare.
Mein besonderer Dank gilt auch den vielen Solidaritätsbekundungen.

Es haben sich viele Pflegekräfte, Angehörige und auch einige Heimleitungen bei mir gemeldet.
Ich kann Ihnen allen zu 100 % versichern, dass die mir zugetragenen Informationen mit den beeindruckenden, aber auch erschreckenden und besorgten Schilderungen, wie versprochen von mir vertraulich behandelt werden.

Ich kann Ihre Ängste und Unsicherheiten sehr gut nachvollziehen. Durch Kontakte mit vielen Pflegemitarbeitern und Angehörigen sowie durch meine eigene Tätigkeit und Erfahrung in der Pflege weiß ich, wie belastend und bedrückend die Situation für Sie sein muss.

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Sie müssen Schichtdienst und Wochenend-Dienst machen (oft mehrere Wochenenden hintereinander).
Überstunden und ständiges Einspringen für Andere sind bei dem chronischen Personalmangel keine Seltenheit. Körperliche und psychische Überlastungen durch Personalmangel können nur in die Krankheit führen.

Hinzu kommen die Nachteile für Familie, Freizeit und soziale Kontakte durch die ungünstigen Dienste.
Als Dank gibt es eine völlig unangemessene und leistungs-ungerechte Bezahlung.
Und dazu noch das ungute Gefühl und schlechte Gewissen, nach Dienstschluss die Arbeit nicht geschafft zu haben.

Besonders belastend ist, dass Sie Tätigkeiten in die Dokumentation eintragen müssen, die Sie oft gar nicht leisten können. Denn wenn nicht alles eingetragen ist, bekommt das Heim eine schlechtere Note.
Dieser Konflikt wird besonders schwer, da muss sich schnellstens etwas ändern.
Der Widerspruch zwischen sehr guten Heimnoten und der Heimrealität kann so nicht weiter bestehen bleiben.

Der Pflegeaufwand ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Die Pflege von schwerstpflegebedürftigen mehrfach erkrankten Menschen (besonders mit Demenz) hat immer mehr zugenommen.
Seit Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 erhalten die Einträge in die Dokumentation ein besonderes Gewicht. Gut ein Drittel der Dienstzeit muss zurzeit für Nebentätigkeiten eingeplant werden.
Deshalb ist menschenwürdige Pflege mit diesem Personalschlüssel einfach nicht zu schaffen. So kann und darf es nicht weitergehen.

Ich werde mit Ihnen gemeinsam mit Sicherheit einen Weg finden, dass Sie keine Konsequenzen bzw. Nachteile zu befürchten brauchen, um dieses belastende Schweigen zu beenden.
Bleiben wir also in Kontakt.

Liebe Grüße
Werner Kollmitz

Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir nicht tun. (Jean Moliere)

Eine Seite zurück blättern
Eine Seite vor blättern

Werner Kollmitz | Feldhausen 4 | 28865 Lilienthal | Telefon: 0174 - 69 73 590 | E-Mail: Kontaktformular | Impressum

Öffnet die Seite www.agentur28.de im neuen Browserfenster