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03.02.2014
Brief an Frau Merkel

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

recht herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 9.1.2014. Ich kann Ihnen versichern, dass es meine Absicht ist, in einen ernsthaften Austausch von Argumenten einzutreten. In der Pflege geht es um die Menschenwürde und um die körperliche Unversehrtheit. Deshalb ist Pflege von öffentlichem, gesellschaftlichem Interesse:
Pflege ist nach §8 SGB XI eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Pflege kann jeden treffen, von heute auf morgen und in jedem Alter.
Pflege darf kein Tabuthema mehr sein, sondern gehört in die öffentliche Diskussion. Pflege ist zu lange vernachlässigt worden, deshalb braucht sie endlich einen höheren Stellenwert in Gesellschaft und Politik.

Pflege braucht keine großen anonymen Heime, sondern gehört mitten in die Gesellschaft. Pflege muss aber auch in den bestehenden großen Heimen menschenwürdig sein. Pflege braucht Zeit – und nicht Eiltempo im Minutentakt.

Pflege gehört in die Gemeinde, die Stadt und die Nachbarschaft.
Pflege – und besonders psychosoziale Begleitung – müssen solange wie möglich in der eigenen Wohnung machbar sein.
Pflege und psychosoziale Begleitung brauchen kleine Wohneinheiten in einer familiären Atmosphäre. Pflege ist oft die Folge von Vereinsamung und kann durch psychosoziale Begleitung verhindert oder verzögert werden.

Pflege muss nicht mehr so viel Geld kosten wie bisher und kann trotzdem menschenwürdig sein.
Die Pflegeselbstverwaltung= Pflegekassen und Trägerverbände(AWO, Caritas, Parität, DRK, Diakonie, ZWIST, BPA= Bundesverband privater Anbieter) haben bei diesen Punkten für eine menschenwürdige Pflege versagt.

Die Bundesregierung steht deshalb, mit ihren Gesetzen für eine menschenwürdige Pflege in der Verantwortung.
In ihrer Regierungserklärung, haben Sie die Menschen in den Mittelpunkt ihres politischen Handelns gestellt. Bitte, vergessen Sie die Hilfe und Pflegebedürftigen Menschen nicht und stellen Sie diese auch in den Mittelpunkt ihres politischen Handelns. Insbesondere aber, möchte ich auf Ihren Amtseid hinweisen:

Sie haben geschworen, ihre Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen, seinen nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, ihre Pflichten gewissenhaft zu erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben.
Angesichts dieser großen Bedeutung der Pflege bitte ich Sie: Machen Sie Pflege zu Ihrer Sache – zur Chefinnensache –, damit das Pflegesystem nicht bald selbst zum Pflegefall wird.

Dieses Schreiben werde ich in ca. 14 Tagen veröffentlichen.
Für eine Rückmeldung, über die Einschätzung ihrer Sichtweise, bedanke ich mich schon jetzt.

Im Sinne einer zukünftigen menschenwürdigen Pflege,
mit vorzüglicher Hochachtung
Werner Kollmitz
 

Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir nicht tun. (Jean Moliere)

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