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19.08.2014
Verantwortungslose Schönfärberei!

Sehr geehrte Damen und Herren!                                  Lilienthal, den 19.08.2014
Sehr geehrte Bundestagsabgeordnete!
Sehr geehrte Journalistinnen und Journalisten!
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter!    

Verantwortungslose Schönfärberei!
Der Pflegewissenschaftler Herr Dr. Wingenfeld hat mehrere Interviews in verschiedenen Zeitungen gegeben.

In diesen Interviews widerspricht Herr Dr. Wingenfeld massiv dem Gutachten (Dissertation) von Frau Dr. jur. Susanne Moritz sowie der Verfassungsbeschwerde des VdK (Verletzung der Menschenwürde in der Pflege).

Er spricht davon, dass die Pflege in den Pflegeheimen zufriedenstellend sei und die
Verfassungsklage mit der Wirklichkeit nichts zu tun habe. Frau Dr. Susanne Moritz stelle unreflektiert Behauptungen auf, die sie aus der Skandalberichterstattung der Medien übernommen habe. Was berichtet wird, seien alles realitätsferne Übertreibungen und  skandalisierende Überschriften.

Ferner sagt Herr Dr. Wingenfeld in der Zeitschrift des Vereins für öffentliche und private Fürsorge (NDV - Aktuelles)  Folgendes:

Unqualifizierte Diskussionsbeiträge über die Versorgungsqualität der Pflegenden und an Skandalen interessierte Berichterstattung der Medien fördern Abwanderungstendenzen von Fachkräften und tragen damit dazu bei, die Voraussetzungen zur Bewältigung der großen Aufgabe, die die demographische Entwicklung mit sich bringt, zu untergraben.

Die Fachdiskussion trägt in diesem Zusammenhang ebenfalls Verantwortung.
Diskurse auf der Basis abwegiger, wissenschaftlich nicht haltbarer Behauptungen, die sich weit weg von der Lebenswirklichkeit bewegen, tragen weder in der Pflege, noch in der Sozialpolitik, aber auch nicht im Sozialbereich zu wirklichen Problemlösungen bei.

Ich meine dazu:
Diese unqualifizierten, wissenschaftlich nicht haltbaren und realitätsfernen Behauptungen des Pflegewissenschaftlers Dr. Wingenfeld  tragen weder in der Pflege, noch in der Sozialpolitik, aber auch nicht im Sozialbereich zu wirklichen Problemlösungen bei. Durch die beschönigenden Aussagen von
Herrn Dr.Wingenfeld wird eine Verbesserung der Personal- und Pflegesituation verhindert.

Die jetzige totale Überlastungs -und  Überforderungssituation des Pflegepersonals  führt durch solche Aussagen zu Resignations- und Ausstiegstendenzen und verhindert die Einstiegstendenzen in die Altenpflege !
Herr Dr.Wingenfeld hat mit seiner Studie (NRW Studie:"Pflegebedarf und Leistungsstruktur in vollstationären  Pflegeeinrichtungen")
selbst nachgewiesen, dass unter diesen Bedingungen eine menschenwürdige Pflege nicht möglich ist.  Siehe verweisende Links: NRW Studie

Könnte es sein, dass hinter dieser Art von Interviews ein System steckt - mit einer durchdachten, wenn auch durchschaubaren Struktur .....gerade jetzt, so kurz vor der bevorstehenden Verabschiedung des Pflegestärkungsgesetzes ? Wird hier nicht der Versuch gemacht, die Dissertation von Frau Dr. Susanne Moritz als unglaubwürdig darzustellen.

  • Wird etwa beabsichtigt, dass sich in den Köpfen der Bundestagsabgeordneten vor der Verabschiedung des Pflegestärkungsgesetzes das Bild einer zufriedenstellenden Pflege verankern soll ?
  • Ist es möglich, dass dahinter die Angst vor den Verfassungsbeschwerden steckt ?
  • Wird vielleicht beabsichtigt, dass den Verfassungsrichtern vorab schon mal das Bild einer zufriedenstellenden Pflege in Deutschland signalisiert werden soll ?
  • Ist es möglich, dass sich in den Köpfen der Verfassungsrichter verankern soll, Frau Dr. Susanne Moritz hätte - so laut der Aussage von Herrn Dr. Wingenfeld - diese massive Kritik nicht mit Fakten belegt ?
  • Steht dahinter die Absicht, dass die Verfassungsrichter glauben sollen, es handle sich nur um  realitätsferne Übertreibungen und skandalisierende, unwahre Überschriften in der Öffentlichkeit, die mit der Realität nichts zu tun haben?
  • Soll vielleicht den Bundestagsabgeordneten sowie den Verfassungsrichtern eingeredet werden, die Dissertation von Frau Dr. Susanne Moritz enthielte unreflektierte Behauptungen, die sie aus der Skandalberichterstattung der Medien übernommen habe ?

Oder warum geht der Pflegewissenschaftler Herr Dr.Wingenfeld an die Öffentlichkeit und redet menschenunwürdige Pflege schön?

Der MDK verteilt in Deutschland Heimnoten, die im Bundesdurchschnitt bei "1,2" liegen und völlig fern jeglicher Realität sind.
Der Gesundheitsminister Herr Dr. Gröhe will ab Januar 2015 laut seiner Rede im Bundestag zum Pflegestärkungsgesetz die bereits bestehende Pflege - nach seiner eigenen Auffassung  " eine qualitativ hochwertige " Pflege - in Deutschland mit einem neuen Pflegestärkungsgesetz noch weiter stärken.
Noch mehr stärken als "qualitativ hochwertig", bedeutet für mich Note " 1+"

Damit hat selbst der Bundesgesundheitsminister den Versuch gemacht, menschenunwürdige Pflege noch schöner als schön zu reden.
Siehe verweisende Links: Rede von Herrn Dr. Gröhe
1. Lesung- Pflegestärkungsgesetz 

Und jetzt schließt sich dem - anscheinend gezielt - ein Pflegewissenschaftler an,
der es nicht nur besser wissen müsste, sondern auch besser weiß. Das Pflegepersonal schweigt aus Angst vor Konsequenzen.

Die Familien sind überfordert, haben mit sich zu tun und schweigen, weil sie für ihre zu pflegenden Angehörigen Nachteile befürchten.
Es schweigt die Gesellschaft, weil das Thema Alter, Pflege und Tod verdrängt wird und ein unangenehmes und unbequemes Tabuthema ist, obwohl es uns alle schon heute oder morgen treffen kann!

Somit fehlt die Lobby und der Druck für eine menschenwürdige Pflege, damit Politiker sich intensiver mit den wirklichen Lebensbedingungen der hilfs - und pflegebedürftigen Menschen auseinandersetzen und sich in deren Interesse für eine menschenwürdige Pflege engagieren.

Eigentlich liefe für die Verantwortlichen alles nach Plan, wenn die Pflegekritiker nun auch noch schweigen würden.
Und es liefe alles nach Plan, wenn die Petitionen - besonders die des VDK sowie die von Frau Kleischmantat mit je über 100 000 Unterschriften - nicht wären.
Diese Pflege-Petitionen zeigen, dass die Bevölkerung auch nicht mehr schweigen will.

Es darf nicht auf Kosten von hilfs - und  pflegebedürftigen Menschen  der Versuch gemacht werden, eine menschenunwürdige Pflege schön zu färben. Das ist für mich ein unverantwortliches Spiel mit der Menschenwürde wehrloser Menschen!

Ganz abgesehen von den irreversiblen gesundheitlichen Folgen, welche die betroffenen Menschen durch den
Zeitmangel des Pflegepersonals und die daraus entstehenden Fehler und Schäden mitunter erleiden müssen....
Dieses Geschehen können und dürfen wir nicht zulassen. Wenn wir jetzt nicht massiv gegensteuern,
werden unsere Angehörigen und wir selbst die Leidtragenden sein, da dann die menschenunwürdige Minutenpflege weiterhin für die nächsten Jahrzehnte festzementiert sein wird.

Das sogenannte Pflegestärkungsgesetz - für mich ein "Pflegeberuhigungs - und Pflegeschwächungsgesetz" darf in der 3. Lesung so nicht beschlossen werden.

Wir sollten alle Möglichkeiten nutzen, dem im Sinne einer menschenwürdigen Pflege zu widersprechen.
Falsche Behauptungen, Beschönigungen sowie Verharmlosungen der Probleme sind gefährlich und fördern das SCHWEIGEN in unserer Gesellschaft. Das Verschweigen von Missständen - in diesem Fall Missstände einer
menschenunwürdigen Pflege - kann sehr gefährliche Konsequenzen haben.

  • Verbreiten Sie diese Infos in Ihrem Netzwerk!
  • Schreiben oder sprechen Sie mit den Bundestagsabgeordneten in Ihrem Wahlkreis, besonders aber  mit den Mitgliedern, die im  Gesundheits - und Sozialausschuss vertreten sind.
  • Konfrontieren Sie Herrn Wingenfeld mit Ihren eigenen Erfahrungen und Ihrer Sichtweise.
  • Sicherlich gibt es auch noch andere gute Ideen.

Im Sinne einer menschenwürdigen Pflege
Mit freundlichen Grüßen
Werner Kollmitz   

Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir nicht tun. (Jean Moliere)

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