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02.01.2014
Brief an Frau Nahles

als Erstes wünsche ich Ihnen alles Gute zu ihrem neuen Amt.

Da mich die gegenwärtige Personal- und Pflegesituation im Gesundheitswesen sehr beschäftigt, habe ich an den Gesundheitsminister Herrn Gröhe einen offenen Brief geschrieben und Ihnen als Anlage beigefügt.

Das Ministerium für Arbeit und Soziales habe ich bereits im Februar 2013 angeschrieben (Anlage).

Leider erklärte das Ministerium sich damals für nicht zuständig und hat meine Schreiben an das Gesundheitsministerium weitergeleitet.

Das Gesundheitswesen mit seinen Mitarbeitern ist ein großer Arbeitsbereich. Diese Arbeitsplätze kosten den Staat viel Geld, aber es ist leider nicht genug, um die gegenwärtigen Aufgaben in der Pflege hilfebedürftiger, alter, kranker und behinderter Menschen zu bewältigen. Durch die demografische Entwicklung werden sich die Probleme weiter drastisch verschärfen, deshalb besteht dringend Handlungsbedarf.

Jetzt und in Zukunft sind mehr Arbeitskräfte in diesem Bereich nötig. Deshalb sollten nicht nur die Arbeitsplätze in der freien Wirtschaft, sondern auch die Arbeitsplätze im Gesundheitswesen eine höhere Beachtung finden.

Leider ist es in der Vergangenheit versäumt worden, diese Arbeitsplätze und ihre Bedingungen zukunftsgerecht zu gestalten. Die zu geringe Personalausstattung und unangemessene Vergütung haben zum Fachkräftemangel geführt. Aber auch die familienunfreundlichen Bedingungen waren ein Grund, dass wir heute und in .Zukunft zu wenig Pflegekräfte vorhanden sind. Alles wurde und wird immer noch
vernachlässigt, die Problematik nicht ernst genommen.

Wären die Rahmenbedingungen besser, hätten wir heute das Problem der Personalausstattung im Pflegebereich nicht. Wir hätten mehr Auszubildende, es würden weniger Pflegekräfte aus dem Beruf aussteigen, und es gäbe mehr Berufsrückkehrer.

Anstatt also erst einmal an diesen Rahmenbedingungen zu arbeiten, hat das Anwerben von Pflegekräften aus dem Ausland schon lange begonnen.

Das Ministerium für Arbeit und Soziales ist seit einiger Zeit aktiv mit der Anwerbung von Pflegekräften nicht nur aus der EU, sondern auch aus dem asiatischen Raum. Das kostet viel Geld und wird nicht zum erhofften Erfolg führen. Diese Pflegekräfte umkreisen Deutschland und gehen in andere Länder. Unsere vorhandenen Rahmenbedingungen, die mangelnde Personalausstattung und die geringe Vergütung machen Pflegeberufe in Deutschland nicht gerade attraktiv.

Wenn die Pflege in Zukunft nicht zum Pflegefall werden soll, muss jetzt dringend gehandelt werden. Die demographische Entwicklung lässt sich nicht aufhalten.

Deshalb meine Bitte an Sie persönlich:

  • Sorgen Sie auch in diesem Bereich für familienfreundliche Bedingungen.
  • Drängen Sie die anderen Ministerien auf eine bessere Personalausstattung.
  • Setzen Sie sich ein für eine leistungsgerechte tarifliche Vergütung.

Hochachtungsvoll
Werner Kollmitz

Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir nicht tun. (Jean Moliere)

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